Kurzgeschichten bieten einen ersten Einblick in die Welt eines Rollenspiels, können aber auch langjährigen Spielern dabei helfen, sich diese Welt besser vorzustellen.

Einige solcher Texte finden sich im Grundregelwerk. Andere wiederum gibt es hier, auf dieser Webseite.

An dieser Stelle sei allen Autoren gedankt, die für CONTACT kreativ tätig geworden sind, um seinem nahfuturistischen Invasionssetting mit ihren Ideen und ihrem schriftstellerischen Talent noch mehr Leben einzuhauchen.

 

Möchtest auch Du eine Geschichte im CONTACT-Universum schreiben? Kontaktiere uns unter  This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. !

 

Auf die harte Tour II

Die vier Söldner sehen ihn zu spät, als die Formation um die Ecke biegt, drückt Smoke ab. Das Gesicht des ersten Mannes wird von drei Kugeln zerfetzt. Das Husten des Schalldämpfers übertönt nur leicht die gurgelnden Laute des Sterbenden. Die anderen Soldaten sind überrascht und irritiert durch das Blut und die Schädelsplitter, welche ihnen entgegen spritzen.

Dem zweiten Mann jagt er die nächste Salve durch den Schädel und positioniert sich zwischen den beiden noch Stehenden, bevor einer der ersten Zwei überhaupt den Boden berührt.

Weiterlesen: Auf die harte Tour II

Auf die harte Tour

 

Auf die harte Tour

Thomas Kruckenberg

 

„KLICK … KLICK … KLICK“, Stille, nur das leise Rauschen des Windes ist zu hören. „KLICK … KLICK … KLICK“, und wieder Stille.

Etwas regt sich unter der Plane auf dem verschneiten Felsvorsprung. Nur eine leichte Bewegung, eine behandschuhte Hand greift nach dem Ohrstück des militärischen Kommlinks, das gerade zum dritten Mal versucht, sich die Aufmerksamkeit der einzigen Person hier oben zu verdienen.

„Was...?“ knurrt Smoke unausgeschlafen.

Die Antwort erfolgt im dienstlichen Ton „ Sierra zwo-eins hier CENTCOM, Lagebericht.“

Ein kurzer Blick auf seinen PDA verrät ihm, dass die Datenverbindung zu der getarnten Kommunikationsdrohne über dem Tal sicher ist. „Nah … nichts Besonderes.“ Smoke dreht sich auf den Bauch und kriecht zum Beobachtungspunkt seines Scharfschützennests. Für einen Moment herrscht Stille in seinem Ohr. Von seinem Ausguck unter der verschneiten Plane hat er selbst im Dämmerlicht des Abends einen perfekten Blick auf die alte chinesische Militärbasis am anderen Ende des Tals. Das Karakorum-Bergmassiv. Schnee … Eis … etwas karges Grün … glasklare Bergluft, und sonst nur dunkler Felsen, so weit das Auge reicht. Ein faszinierender Ort. Laut den Sensordaten hat sich während seiner Ruhepause nichts getan.

Söldner sichern die alte Festung. Sie stehen Tag und Nacht in wechselnden Mannschaften Wache, und das schon seit Wochen. Von den Fremden ist nichts zu sehen.

„CENTCOM, hier Sierra zwo-eins. Keine Aktivitätsspitzen im einsehbaren Zielbereich.“

Als sich die Leitstelle wieder meldet, ist eine andere Stimme zu hören: „Smoke, empfangen sie mich?“ Diesmal ist es der Kommandant persönlich. Kein gutes Zeichen.

„Klar und deutlich Boss.“

„Gut, dann hören sie genau zu. Es gibt Probleme.“ Der Alte im Stützpunkt macht eine kurze Pause. „Als Erstes muss ich ihnen mitteilen, dass zwei Mitglieder von SENTINEL vermutlich ausgeschaltet wurden. Den Berichten nach wurde Mystik bei einem Feuergefecht getötet und Dusty führen wir zurzeit als im Einsatz vermisst.“ Das sind mehr als nur beschissene Nachrichten.

Smoke weiss nicht, wie lange der Boss nichts sagt … seine Gedanken sind plötzlich weit weg. Zwei Teammitglieder seiner Einheit, nein, mehr noch, zwei gute Freunde, sind vermutlich tot. Eigentlich sollten sie nur Informationen aus den Dörfern im Umland einholen!

„Smoke?“ Er ordnet seine Gedanken. Für die Trauer um gefallene Freunde ist nach der Operation die richtige Zeit, nicht mitten drin. Jetzt geht es einzig und allein darum, den Job zu Ende zu bringen. Seine Konzentration fokussiert sich wieder auf den Ort, an dem sie benötigt wird, auf das Tal. Der Unterton vom Boss lässt tatsächlich nichts Gutes erahnen. Schätze, ich werd' bald für mein Geld richtig arbeiten müssen. „Bin da.“

Weiterlesen: Auf die harte Tour

Die Geister

 

Die Geister

Christopher Dröge

 

Als Bolaji nach seinem Hybridisierungs-Kurs das Jiuquan-Schulzentrum in Bolanda am späten Nachmittag verließ, stellte er fest, dass jemand großen Spaß daran gehabt hatte, die Luft aus den Reifen seines Fahrrades zu lassen. Das kam immer wieder mal vor, in diesem Monat schon zum dritten Mal. Das bedeutete wieder einen zwei Stunden langen Fußmarsch nach Hause. Es war Regenzeit: Da es schon so spät war, würde er höchstwahrscheinlich nicht mehr trocken heimkommen. Am Horizont, hinter dem Bolaji den mächtigen Strom des Kongo vermutete, türmten sich bereits die ersten Quellwolken auf.

 

Weiterlesen: Die Geister